Artikel über: Arbeiten mit Robaws

Warum unterscheidet sich meine exportierte GAEB-Datei vom Original?

Robaws kopiert die eingelesene Datei nicht, sondern schreibt sie neu. Inhaltlich stimmt sie überein, an einigen Stellen sieht die Datei aber anders aus.
Hier stehen diese Stellen und der jeweilige Grund.


Wie GAEB in Robaws grundsätzlich funktioniert, steht im Artikel GAEB in Robaws.


Die Kurzfassung


Das fällt dir auf

Das steckt dahinter

Der Bruttobetrag ist höher als im Original

Robaws rechnet ihn neu und zieht Skonto nicht vorab ab

Der Nachlass steht auf jeder Position statt auf dem Kapitel

umgerechnet, gleiche Beträge

Die Ordnungszahlen sind kürzer, das Indexzeichen fehlt

GAEB 90 lässt weniger Stellen zu als GAEB XML

Straße und Ort des Auftraggebers fehlen

GAEB 90 hat dafür kein Feld

Der Projektname ist gekürzt

beim GAEB 90 Import auf 40 Zeichen begrenzt

Bei einer Pauschalposition fehlt der Einheitspreis

Menge ist 1, der Gesamtbetrag entspricht ihm

Einzelne Angaben aus dem Original fehlen

der Standard sieht sie für diese Phase nicht vor

Die Datei ist Version 3.2, das Original war 3.3

Robaws schreibt immer 3.2



Beträge und Summen


Warum ist der Bruttobetrag höher als im Original?


Robaws übernimmt den angegebenen Bruttobetrag nicht, sondern rechnet ihn selbst: Netto, abzüglich Nachlass, zuzüglich Umsatzsteuer. So rechnen auch die verbreiteten GAEB-Bibliotheken.


In einem Sonderfall fällt das auf. Hat das erzeugende Programm das Skonto schon vor der Umsatzsteuer abgezogen, liegt der Bruttobetrag in der zurückgegebenen Datei um genau diesen Skontobetrag höher. Skonto ist an fristgerechte Zahlung geknüpft und gehört deshalb nicht in die Angebotssumme. In Robaws wird Skonto erst auf der Rechnung berücksichtigt, nicht bei der Auftragserteilung. Der Skontosatz selbst bleibt unverändert in der Datei.


Warum steht der Nachlass jetzt auf jeder Position statt auf dem Kapitel?


Gibt das Original einen prozentualen Nachlass auf einer Titel- oder Kapitelsumme an, verteilt Robaws ihn beim Import auf die darunterliegenden Positionen. Beim Export schreibt Robaws ihn entsprechend dort wieder hin. Die Beträge sind identisch, die Darstellung unterscheidet sich.


Trägt eine Position bereits einen eigenen Nachlass, werden beide verrechnet und nicht addiert. 10 % auf der Position und 10 % auf dem Kapitel ergeben zusammen 19 %. Ein negativer Prozentsatz ist ein Zuschlag und funktioniert genauso.


Warum stehen jetzt Nullen, wo im Original nichts stand?


Manche Programme lassen das Feld leer, Robaws schreibt ausdrücklich 0. Beides ist zulässig. Die ausgeschriebene Null ist sicherer: Gegenstellen mit Summenprüfung beanstanden ein leeres Feld sonst.


Warum fehlt die Umsatzsteuer in meiner Datei?


GAEB 90 kennt keine Umsatzsteuer je Position. Ein Satz gilt für das ganze Dokument. Mischst du in einem Angebot mehrere Steuersätze, kann Robaws daraus keinen gemeinsamen Satz ableiten und lässt das Feld leer. Bleibe bei Angeboten, die als GAEB abgegeben werden, deshalb bei einem Steuersatz.


In einer X83 steht ohnehin keine Umsatzsteuer. Die Phase sieht dafür kein Feld vor.



Nummerierung und Gliederung


Warum sind die Ordnungszahlen kürzer als im Original?


Wie viele Stellen eine Ordnungszahl haben darf, gibt das Format vor:


  • GAEB XML: bis zu 14 Zeichen. Maximal fünf Gruppenstufen, eine Positionsebene, optional ein Indexzeichen.
  • GAEB 90: bis zu 9 Zeichen. Maximal vier Gruppenstufen, eine Positionsebene, optional ein Indexzeichen.


Baust du ein Angebot von Grund auf und gibst es als GAEB 90 aus, halte dich an höchstens vier Gliederungsebenen.
In der Praxis siehst du meist die Form 01.001.0001.


Warum fehlt das Indexzeichen (999.999.999.A)?


Führst du eine GAEB-XML-Datei über GAEB 90 und zurück nach XML, fällt das Indexzeichen weg.
Aus 999.999.999.A wird 999.999.999. GAEB 90 hat dafür keinen Platz.


Alle gängigen Konverter verhalten sich so. Brauchst du den Index, bleibe durchgehend bei GAEB XML.


Warum bricht der Export wegen der Gliederungstiefe ab?


Robaws erlaubt acht Kapitelebenen, GAEB fünf. Ein Titel zählt dabei als eigene Ebene.


Ist dein Angebot zu tief gegliedert, bricht der Export mit einer Meldung ab, die die betroffenen Ebenen nennt.
obaws kürzt die Gliederung nicht selbst, weil sich die Positionen sonst anders zuordnen würden als du es willst.



Texte und Felder


Warum fehlen Straße und Ort des Auftraggebers?


In einer .d8x-Datei steht nur der Name. Straße, Postleitzahl und Ort aus dem Export-Dialog landen dort nicht, weil GAEB 90 dafür kein Feld hat. In GAEB XML werden sie verwendet.


Warum ist der Projektname gekürzt?


Die Kürzung auf 40 Zeichen passiert beim Import. Der gekürzte Name geht anschließend auch wieder hinaus.
Prüfe die Bezeichnung nach dem Import, wenn sie dir wichtig ist.


Für den GAEB-90-Export ist der Projektname außerdem ein Pflichtfeld, auch wenn die eingelesene Datei keinen enthielt.


Warum kann ich den Vortext nicht bearbeiten?


Texte aus einer importierten Datei sind schreibgeschützt. Deshalb überstehen sie den Weg unverändert. Wären sie bearbeitbar, würden beim Export mehrere Textblöcke zu einem zusammenfallen und Formatierungen verloren gehen.


Möchtest du etwas eintragen, zum Beispiel die Angebotssumme, erzeuge das PDF und trage es dort ein.


Warum sind Leerzeichen in langen Bezeichnungen verschwunden?


Manche AVA-Programme setzen in langen Bezeichnungen Leerraum ein, wo ein Zeilenumbruch gemeint ist. Dadurch überschreitet das Feld die zulässige Länge. Robaws fasst diesen Leerraum zu einem einzelnen Leerzeichen zusammen, damit die Datei gültig bleibt.


Warum ändert der Reiter „Formatierung“ nichts an der GAEB-Datei?


Fett, kursiv, Farben und Ebenen aus diesem Reiter betreffen das PDF.
Den Aufbau der GAEB-Datei gibt das Format vor.



Positionsarten


Warum fehlt bei einer Pauschalposition der Einheitspreis?


Robaws erkennt eine Pauschalposition an der Einheit psch. GAEB 90 kennt kein eigenes Kennzeichen dafür.


Beim Export kann der Einheitspreis einer Pauschalposition entfallen. Der Gesamtbetrag bleibt richtig, weil die Menge 1 ist und Einheitspreis und Gesamtbetrag damit denselben Wert haben.


Warum ist die Summe in der Datei höher als im Angebot?


Positionen vom Zeilentyp Bedarf (G) bleiben in Robaws außerhalb der Angebotssumme, zählen in der GAEB-Datei aber mit.
Die Summe in der Datei liegt deshalb um genau diese Positionen höher als die im Angebot und auf dem PDF.


Warum fehlen Angaben, wenn ich aus einer X84 in eine andere Phase exportiere?


Eine X84 ist eine Preisauskunft zu einer zuvor ausgetauschten X83, kein vollständiges Leistungsverzeichnis. ie enthält weder alle Texte noch zwingend die Mengen.


Baust du ein Angebot aus einer X84 auf und exportierst es in eine andere Phase, fehlen deshalb Angaben, die in der X84 nie enthalten waren. Dazu gehören die Ausführungsbeschreibungen.


Für einen vollständigen Wechsel der Phase brauchst du die zugehörige X83 oder X86.


Was unsichtbar erhalten bleibt


Einiges aus einer GAEB-Datei lässt sich in Robaws nicht darstellen. Verloren geht es trotzdem nicht: Robaws merkt es sich und schreibt es beim Export unverändert zurück. Im Angebot und auf dem PDF siehst du es nicht, in der Datei ist es weiterhin vorhanden.


  • STLB-Bau-Verweise, also die Katalogangaben zu den Positionen.
  • Unterbeschreibungen mit ihren Teilmengen.
  • Wiederholungspositionen und ihre Bezugspositionen.
  • Ausführungsbeschreibungen, auf die einzelne Positionen verweisen.
  • Entfallende Positionen („Position entfällt“).
  • Lose beim Weg durch dasselbe Format.


Neu anlegen lassen sich diese Angaben in Robaws nicht. Wer sie erstellen will, braucht dafür seine AVA-Software.



Was Robaws nicht übernimmt


Warum fehlen Angaben, die im Original standen?


Nicht jedes Programm hält sich streng an den Standard. Manche schreiben Angaben in eine Datei, die dort für diese Phase nicht vorgesehen sind. Robaws liest solche Dateien ein, gibt diese Angaben beim Export aber nicht weiter. Die Datei, die du herausgibst, ist regelkonform.


Warum ist meine Datei Version 3.2, obwohl das Original 3.3 war?


Robaws liest 3.2 und 3.3 und schreibt immer 3.2. Diese Fassung liest praktisch jede AVA-Software zuverlässig. Inhaltlich ändert sich nichts. Einzelne Textfelder dürfen in 3.3 länger sein und werden auf die zulässige Länge gekürzt.

Aktualisiert am: 03/09/2026

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