Kalkulationstyp „Indirekte Kosten“ wird zu „Sonstiges“
In der Stückliste einer Position wählst du pro Zeile einen Kalkulationstyp: Material, Arbeit, Betriebsmittel, Nachunternehmer (NU) oder Zusammengesetzt. Bisher gab es daneben den Kalkulationstyp „Indirekte Kosten“. Dieser Typ entfällt und wird durch „Sonstiges“ ersetzt. Hier liest du, warum das so ist, was sich in deinen Zahlen ändert und was sich auf keinen Fall ändert.
Warum diese Änderung?
Indirekte Kosten sind ein Budget, das du einplanst, um deinen laufenden Betrieb zu finanzieren (Büro, Investitionen, ...). In Robaws planst du dieses Budget als Prozentsatz auf deine Kosten ein, und zwar pro Kalkulationstyp, über den Zuschlag für indirekte Kosten im Tab „Margen“ eines kalkulierten Angebots. Das bleibt so.
In einer Position konntest du zusätzlich eine Zeile mit dem Kalkulationstyp „Indirekte Kosten“ hinzufügen. In der Praxis wurde dieser Typ vor allem als zusätzliche Kostenart genutzt (Transport, Versicherung, Miete eines Containers, ...), auf die ebenfalls eine Marge aufgeschlagen wurde. Robaws hat den vollen Betrag einer solchen Zeile, einschließlich der Marge darauf, als indirekte Kosten gezählt. Dein Verkaufspreis war korrekt, deine Auswertung aber nicht:
- die Marge des Angebots lag niedriger, als du tatsächlich verdienst,
- die gesamten indirekten Kosten lagen höher als der Prozentsatz, den du eingestellt hattest,
- in der Nachkalkulation stand diese Position als indirekte Kosten im Budget, während die zugehörige Eingangsrechnung als normale Kosten eingeht. Budget und Realität ließen sich so nicht vergleichen.
Der Kalkulationstyp „Sonstiges“ verhält sich wie Material, Arbeit, Betriebsmittel und Nachunternehmer: Die Selbstkosten zählen als Selbstkosten, die Marge auf der Zeile zählt als Gewinnmarge.
Was ändert sich in deinen Zahlen?
Im Tab „Übersicht“ des Angebots:
Kennzahl | Früher | Jetzt |
|---|---|---|
Gesamte Selbstkosten | Selbstkosten deiner Zeilen + indirekte Kosten, wobei der Betrag der Zeilen „Indirekte Kosten“ (mit Marge) als indirekte Kosten mitzählte | Selbstkosten deiner Zeilen (einschließlich der Selbstkosten der Zeilen „Sonstiges“) + indirekte Kosten aus dem Zuschlag für indirekte Kosten |
Gesamte indirekte Kosten | Zuschlag für indirekte Kosten + voller Betrag der Zeilen „Indirekte Kosten“ | nur der Zuschlag für indirekte Kosten |
Marge | Marge auf Material, Arbeit, Betriebsmittel und Nachunternehmer | dasselbe, plus die Marge auf Zeilen „Sonstiges“ |
Gesamtsumme | unverändert | unverändert |
Im Diagramm pro Kalkulationstyp kommt ein zusätzliches Segment „Selbstkosten Sonstiges“ hinzu.
Im Bereich „Finanzen“ des Projekts: Die budgetierten indirekten Kosten sinken und das Nettoergebnis steigt um denselben Betrag. Kosten, Erlöse und Bruttoergebnis bleiben gleich.
In der Projektübersicht verschieben sich die Finanzspalten entsprechend: „Geschätzte Kosten“, „Budgetierte Marge %“, „Prognose Marge“, „Prognose Ergebnis“ und „Indirekte Kosten budgetiert / Prognose“.
Ein Beispiel
Ein Angebot mit:
- 1.000 € Materialkosten,
- einem Zuschlag für indirekte Kosten von 20 % auf Material (200 €),
- einer Zeile „Indirekte Kosten“ von 100 € in der Stückliste (zum Beispiel Transport),
- 50 % Marge auf alle Zeilen, also auch auf diese Zeile.
Der Verkaufspreis beträgt in beiden Fällen 1.850 €.
Früher | Jetzt | |
|---|---|---|
Gesamte Selbstkosten | 1.350 € | 1.300 € |
Gesamte indirekte Kosten | 350 € | 200 € |
Marge | 500 € | 550 € |
Gesamtsumme | 1.850 € | 1.850 € |
Die 50 € Marge auf der Transportzeile wurden früher als indirekte Kosten gezählt, jetzt sind sie Gewinnmarge.
Übersicht des Angebots, früher:

Übersicht des Angebots, jetzt:

Finanzübersicht des Projekts, früher und jetzt:


Finanzspalten in der Projektübersicht, früher und jetzt:


Was passiert mit deinen bestehenden Daten?
Die Umstellung erfolgt automatisch:
- Angebote: Jede Zeile mit dem Typ „Indirekte Kosten“ in der Stückliste wird zu „Sonstiges“, und die Summen des Angebots werden neu berechnet. Das passiert nur, wenn die Gesamtsumme ohne MwSt. und der Preis jeder Position exakt gleich bleiben. Im Protokoll des Angebots siehst du die Umstellung.
- Angebote mit direkten Kosten, die „preisabhängig“ verteilt werden, werden nicht umgestellt. Bei dieser Einstellung verteilt Robaws deine direkten Kosten im Verhältnis zu ihrem Preis auf die Positionen. Zeilen „Sonstiges“ zählen zu diesem Preis, Zeilen „Indirekte Kosten“ nicht. Dadurch würden sich die Preise deiner Positionen untereinander verschieben: Die Gesamtsumme des Angebots bleibt gleich, der Preis pro Position aber nicht. Bei einem Angebot, das du bereits versendet oder abgerechnet hast, würden diese Preise dann nicht mehr stimmen. Solche Angebote bleiben deshalb vollständig unverändert.
- Angebote, bei denen die Umstellung die Preise dennoch verändern würde (zum Beispiel durch Rundungen), bleiben ebenfalls unverändert.
- In diesen beiden Fällen behalten die Zeilen den Typ „Indirekte Kosten“ und rechnen wie bisher. Du kannst eine solche Zeile selbst auf „Sonstiges“ setzen; prüfe danach den Preis der Position.
- Artikel: Artikel mit dem Kalkulationstyp „Indirekte Kosten“ werden zu „Sonstiges“, ebenso die Zeilen in der Zusammensetzung von zusammengesetzten Artikeln.
- Preisgruppen: Regeln für „Indirekte Kosten“ werden zu Regeln für „Sonstiges“.
- Budgetanpassungen: Anpassungen an der Prognose eines Projekts mit dem Kalkulationstyp „Indirekte Kosten“ werden zu „Sonstiges“.
Neue Zeilen kannst du nur noch als „Sonstiges“ anlegen; „Indirekte Kosten“ steht nicht mehr in der Auswahlliste.
Worauf solltest du achten?
- Tab „Margen“: Bei der Standardmarge gibt es ein neues Feld „Marge Sonstiges“, und beim Zuschlag für indirekte Kosten einen Prozentsatz für Sonstiges. Fülle sie aus, wenn Zeilen „Sonstiges“ automatisch eine Marge oder einen Zuschlag für indirekte Kosten bekommen sollen. Lässt du sie leer, ändert sich an diesen Zeilen nichts.
- Ansichten, Berichte und Exporte auf Basis von „Gesamte Selbstkosten“, „Marge“ oder „Indirekte Kosten“ zeigen für umgestellte Angebote und ihre Projekte andere Zahlen. Vergleiche Zahlen von vor und nach der Umstellung nicht ohne Weiteres miteinander.
- Nachkalkulation: Budgetierte und tatsächlich angefallene indirekte Kosten sind jetzt vergleichbar. Das Budget für indirekte Kosten liegt niedriger als früher; die Differenz steckt jetzt in den Kosten und in der Marge.
- Künftig: Wähle „Sonstiges“ für Kosten, die zur Position gehören, aber weder Material, Arbeit, Betriebsmittel noch Nachunternehmer sind. Nutze den Zuschlag für indirekte Kosten für deinen echten Gemeinkostenanteil und den Tab „Direkte Kosten“ für einen festen Betrag, den du über das Angebot verteilen möchtest.
OTHER statt COST: bei Artikeln, bei Preisgruppen, bei den Stücklistenzeilen einer Position und bei den Budgetanpassungen eines Projekts. Passe deine eigenen Schnittstellen und Skripte entsprechend an.Lies auch:
- Wie bestimme ich meine Margen im Angebot?
- Wie füge ich direkte und indirekte Kosten zu meinem Angebot hinzu?
- Was ist die Finanzübersicht eines Projekts?
- Projekt-Nachkalkulation
- Angebotsanalyse
Aktualisiert am: 30/09/2026
Danke!
